Zitruspressen: von der Handpresse bis zur automatischen Orangenpresse
Kurz gesagt: Eine Zitruspresse ist ein Saftgerät, das ausschließlich Zitrusfrüchte verarbeitet: Orangen, Zitronen, Limetten, Mandarinen und Grapefruits. Es gibt vier Bauarten: manuelle Hebel- und Handpressen, elektrische Zitruspressen mit rotierendem Presskegel, automatische Orangenpressen für ganze Früchte und Zitrusaufsätze für vorhandene Slow Juicer. Der entscheidende Unterschied im Alltag ist nicht die Saftmenge, sondern der Aufwand davor und danach: Halbieren, Aufdrücken und Spülen. Wer nur Zitrussaft möchte, fährt mit einer Zitruspresse einfacher als mit einem Universalgerät. Wer auch Obst, Gemüse und Blattgrün entsaften will, braucht einen Slow Juicer.
Was ist eine Zitruspresse?
Eine Zitruspresse trennt Saft, Fruchtfleisch und Schale von Zitrusfrüchten durch Druck, nicht durch Schneiden oder Mahlen. Klassische Geräte arbeiten mit einem kegelförmigen Presskörper, auf den die halbierte Frucht gedrückt oder gepresst wird; ein Sieb hält Kerne und grobes Fruchtfleisch zurück. Weil nur Druck wirkt und keine schnell rotierenden Messer, erwärmt sich der Saft kaum und schäumt wenig. Die Schale bleibt außen und gibt keine Bitterstoffe ab, solange sie nicht mitgepresst wird.
Zitruspressen sind bewusst Spezialisten. Äpfel, Karotten, Sellerie oder Blattgrün lassen sich damit nicht verarbeiten. Dafür sind sie einfacher gebaut, schneller einsatzbereit und in der Regel deutlich günstiger als ein Entsafter. Die Bandbreite reicht von der Handpresse für wenige Euro bis zur motorisierten Hebelpresse für die Gastronomie.
Die vier Bauarten im Vergleich
Alle vier Bauarten liefern frisch gepressten Zitrussaft. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Handarbeit vor und nach dem Pressen anfällt.
| Bauart | Vorbereitung | Bedienung | Reinigung | Saft | Für wen |
|---|---|---|---|---|---|
| Manuelle Hebel- und Handpresse | Frucht halbieren | Hebel ziehen oder von Hand drehen, Kraftaufwand je nach Frucht | Presskegel, Sieb und Schale spülen, meist 3 Teile | hohe Ausbeute bei Hebelpressen, kräftiger Druck | gelegentlicher Zitronensaft, Küchen ohne Steckdose am Platz |
| Elektrische Zitruspresse mit Presskegel | Frucht halbieren | Hälfte auf den rotierenden Kegel drücken, Stück für Stück | Kegel, Sieb, Saftbehälter spülen, meist 3 bis 4 Teile | gute Ausbeute, Fruchtfleischanteil über das Sieb regelbar | Haushalte mit regelmäßigem Zitrussaft, kleines Budget |
| Automatische Orangenpresse für ganze Früchte Citring One |
keine, ganze Orangen einlegen | Deckel schließen, Knopf drücken, läuft automatisch | 2 Silikonbehälter abspülen oder in die Spülmaschine | ein Glas je Durchgang aus bis zu 3 ganzen Orangen | täglicher Orangensaft ohne Handarbeit |
| Zitrusaufsatz für Slow Juicer | Frucht halbieren oder schälen, je nach Aufsatz | Frucht aufsetzen, der Juicer treibt den Kegel an | Aufsatz, Sieb und Behälter des Juicers reinigen | gute Ausbeute, niedrige Drehzahl, wenig Schaum | Besitzer eines Slow Juicers, die kein zweites Gerät wollen |
Die Übergänge sind fließend: Professionelle Hebelpressen für Bars und Hotels sind in der Regel motorisiert. Der Hebel liefert dort den Anpressdruck, der Motor dreht den Presskegel. Auch die Rotor Citrus & Orangenpresse P206 arbeitet nach diesem Prinzip. Rein manuelle Modelle finden Sie in unserer Kategorie manuelle Entsafter & Saftpressen.
Kaufberatung: Welche Zitruspresse passt zu Ihnen?
Der Reinigungsaufwand entscheidet darüber, ob ein Saftgerät benutzt wird oder im Schrank steht. Das ist die wichtigste Erfahrung aus unserer Beratung. Die Saftausbeute unterscheidet sich zwischen den Bauarten nur um wenige Prozent, der Aufwand dagegen um ein Vielfaches: Ein Gerät mit zwei spülmaschinenfesten Teilen wird morgens auch dann benutzt, wenn es schnell gehen muss. Ein Gerät, bei dem Kegel, Sieb, Schale und Deckel einzeln gespült werden, oft nicht.
Diese drei Fragen führen zur passenden Bauart:
- Wie oft pressen Sie? Täglich ein bis zwei Gläser spricht für ein automatisches Gerät oder einen Zitrusaufsatz. Ein paar Zitronen pro Woche fürs Kochen: Handpresse genügt.
- Wie viel Saft am Stück? Für ein bis zwei Gläser reicht jede Bauart. Ab etwa fünf Litern am Tag, also dem typischen Frühstücksbetrieb in Hotel, Café oder Saftbar, gehört eine motorisierte Hebelpresse an den Platz; sie ist auf Dauerbetrieb und Frucht nach Frucht ausgelegt.
- Wer bedient das Gerät? Sollen auch Kinder oder wechselndes Personal pressen, ist eine Ein-Knopf-Bedienung ohne offenen Presskegel im Alltag robuster.
Faustwert für die Planung: Eine mittelgroße Orange ergibt erfahrungsgemäß rund 60 bis 80 ml Saft. Für ein Glas von 200 bis 250 ml brauchen Sie also etwa drei bis vier Orangen, für einen Liter rund 3 bis 4 kg Früchte. Saftorangen liefern mehr Saft als dickschalige Tafelorangen.
Für Haushalte gilt: Ein Zweitgerät lohnt sich nur, wenn es den Weg zum Saft wirklich verkürzt. Wer bereits einen Slow Juicer besitzt und ihn ohnehin täglich benutzt, fährt mit einem Zitrusaufsatz günstiger. Wer den Juicer nur für Orangensaft aufbauen und wieder zerlegen müsste, ist mit einem eigenen Zitrusgerät schneller.
Unsere Auswahl an Zitruspressen
Citring One (329 €): die automatische Orangenpresse für ganze Früchte. Bis zu drei ganze, ungeschälte Orangen einlegen, Deckel schließen, Knopf drücken: Nach etwa einer Minute läuft der Saft ins Glas. Es gibt keinen Presskegel und kein Sieb, gereinigt werden zwei herausnehmbare Silikonbehälter. Das Gerät leistet 250 Watt, arbeitet mit 63 dB, ist 15 cm schmal und wurde 2024 mit dem iF Design Award und dem Red Dot Award ausgezeichnet. Entwickelt und gefertigt wird es in Barcelona. Geeignet sind Orangen, Mandarinen, Clementinen, Zitronen und kleine Grapefruits.
Rotor Citrus & Orangenpresse P206: die Hebelpresse für den Dauerbetrieb. Motorisierte Profipresse mit Edelstahl-Presskegel und poliertem Aluminiumgehäuse. Der Motor startet und stoppt automatisch über den Hebel, die Stundenleistung liegt bei etwa 50 Litern, die Leistungsaufnahme bei 340 Watt. Verarbeitet werden Zitrusfrüchte bis 100 mm Durchmesser, also Orangen, Grapefruits, Zitronen und Limetten. Mit 9 kg Gewicht steht sie stabil auf der Theke. Weitere Gastrogeräte finden Sie unter Entsafter für Gewerbe & Gastronomie.
Zitrusaufsätze für Kuvings Slow Juicer: aus einem Gerät zwei machen. Der Zitrusaufsatz für den Kuvings AUTO10S (Typ 3) und der Zitrusaufsatz für den Kuvings REVO830 (Typ 2) werden anstelle der Standardkomponenten eingesetzt. Der Juicer treibt dann den Presskegel an. Die Aufsätze sind modellgebunden und nicht untereinander tauschbar. Mehr zur Marke auf unserer Kuvings-Herstellerseite, weiteres Zubehör unter Zubehör für Entsafter & Slow Juicer.
Ersatzteile und Sonderwünsche. Presskegel, Siebe, Dichtungen oder Behälter, die nicht im Shop stehen, beschaffen wir auf Anfrage direkt beim Hersteller: Ersatzteile & weiteres Zubehör auf Anfrage.
Zitruspresse oder Slow Juicer?
Ein Slow Juicer presst mit einer langsam drehenden Schnecke und liefert den feineren Saft mit der höheren Ausbeute, auch aus Gemüse und Blattgrün. Dafür müssen Zitrusfrüchte in der Regel geschält werden, und nach dem Entsaften werden Schnecke, Sieb, Presskammer und Behälter einzeln gereinigt. Eine Zitruspresse kann nur Zitrusfrüchte, ist dafür aber in Sekunden startklar und schnell gespült. Wer beides möchte, kombiniert einen Slow Juicer mit einem Zitrusaufsatz. Eine ausführliche Gegenüberstellung der Entsaftertypen steht in unserem Ratgeber Infos zu Entsaftern & Slow Juicern; die Geräte selbst finden Sie unter Entsafter für Privatkunden.
Warum bei GrünePerlen kaufen
Die GrünePerlen GmbH ist Fachhändler für Entsafter, Hochleistungsmixer und Wasseraufbereitung mit Sitz in Dresden. Wir führen die Marken, die wir selbst benutzen und reparieren, und wir betreiben ein Ladengeschäft mit Showküche in Dresden: Dort können Sie Zitruspressen und Entsafter vor dem Kauf mit eigenen Früchten ausprobieren und den Saft vergleichen. Wir beraten telefonisch unter +49 3504 69 35 25, wickeln Garantiefälle für unsere Kunden ab und beschaffen Ersatzteile auch für ältere Geräte. Was wir nicht führen, empfehlen wir auch nicht.
Häufige Fragen zu Zitruspressen
Muss ich Orangen für eine Zitruspresse schälen?
Bei den meisten Zitruspressen nicht: Sie halbieren die Frucht und drücken sie mit der Schnittfläche auf den Presskegel, die Schale bleibt in der Hand. Geschält werden muss nur, wenn Sie Zitrusfrüchte in einem Slow Juicer ohne Zitrusaufsatz entsaften, weil die Schale dort mitgemahlen würde und Bitterstoffe in den Saft bringt. Eine automatische Orangenpresse wie die Citring One nimmt die Frucht ganz und ungeschält auf, hier entfällt auch das Halbieren.
Wie viele Orangen brauche ich für ein Glas Saft?
Eine mittelgroße Orange ergibt erfahrungsgemäß rund 60 bis 80 ml Saft. Für ein Glas von 200 bis 250 ml rechnen Sie also mit drei bis vier Orangen, für einen Liter mit etwa 3 bis 4 kg Früchten. Saftorangen mit dünner Schale liefern deutlich mehr als dickschalige Tafelorangen, und Früchte bei Zimmertemperatur geben den Saft leichter ab als solche direkt aus dem Kühlschrank.
Zitruspresse oder Slow Juicer: Was ist besser für Orangensaft?
Für reinen Orangensaft ist die Zitruspresse der schnellere Weg, weil sie ohne Schälen, ohne Aufbau und mit wenigen Einzelteilen auskommt. Ein Slow Juicer holt aus derselben Frucht etwas mehr Saft heraus und verarbeitet zusätzlich Obst, Gemüse und Blattgrün, verlangt dafür aber geschälte Früchte und eine aufwendigere Reinigung. Wer täglich Orangensaft trinkt und sonst nichts entsaftet, ist mit einer Zitruspresse besser bedient; wer Saftvielfalt möchte, mit einem Slow Juicer plus Zitrusaufsatz.
Welche Zitruspresse ist am einfachsten zu reinigen?
Am wenigsten Aufwand macht eine automatische Orangenpresse für ganze Früchte: Bei der Citring One werden zwei herausnehmbare Silikonbehälter entnommen, die Schalen entsorgt und die Teile abgespült oder in die Spülmaschine gegeben. Klassische Zitruspressen mit Presskegel haben drei bis vier Teile mit Saftkontakt, Slow Juicer mit Zitrusaufsatz je nach Modell fünf und mehr. Wichtig bei allen Bauarten: gleich nach dem Pressen spülen, denn getrocknetes Fruchtfleisch im Sieb ist deutlich hartnäckiger.
Welche Zitruspresse eignet sich für Gastronomie, Bars und Hotels?
Für gewerblichen Dauerbetrieb eignen sich motorisierte Hebelpressen wie die Rotor Citrus & Orangenpresse P206: Sie schafft etwa 50 Liter pro Stunde, startet und stoppt automatisch über den Hebel und ist mit Aluminiumgehäuse und Edelstahl-Presskegel auf Dauereinsatz ausgelegt. Haushaltsgeräte sind dafür nicht gebaut; bei gewerblicher Nutzung verkürzt sich außerdem bei vielen Herstellern die Garantie. Unser Gastro-Sortiment finden Sie in der Kategorie Entsafter für Gewerbe & Gastronomie.
Kann ich Grapefruit, Zitronen und Limetten mit jeder Zitruspresse pressen?
Nein, die Fruchtgröße entscheidet. Elektrische Pressen und Hebelpressen arbeiten mit einem Presskegel in Standardgröße; die Rotor P206 etwa nimmt Früchte bis 100 mm Durchmesser auf, also Orangen, Grapefruits, Zitronen und Limetten. Automatische Orangenpressen für ganze Früchte haben eine feste Presskammer: Die Citring One ist für Orangen, Mandarinen, Clementinen, Zitronen und kleine Grapefruits ausgelegt, sehr große Grapefruits oder Pomelos passen nicht hinein. Kleine Limetten liegen in großen Kammern zu locker und werden besser von Hand gepresst.
Kann ich meinen vorhandenen Slow Juicer als Zitruspresse nutzen?
Ja, wenn es für Ihr Modell einen Zitrusaufsatz gibt. Der Aufsatz ersetzt Sieb und Schnecke, der Antrieb des Juicers dreht den Presskegel. Wir führen Aufsätze für den Kuvings AUTO10S (Typ 3) und den Kuvings REVO830 (Typ 2). Die Aufsätze sind modellgebunden und nicht untereinander austauschbar. Ohne Aufsatz können Slow Juicer Zitrusfrüchte ebenfalls verarbeiten, dann müssen die Früchte aber geschält werden.
Kann ich die Geräte vor dem Kauf ausprobieren?
Ja. In unserem Ladengeschäft mit Showküche in Dresden stehen Zitruspressen und Entsafter zum Testen bereit; Sie können eigene Früchte mitbringen und den Saft direkt vergleichen. Melden Sie sich vorher kurz unter +49 3504 69 35 25 an, dann ist das gewünschte Gerät aufgebaut und Obst vorbereitet.